Kochgeschichte


Gestern nachmittag bin ich mal wieder wie eine Wilde durch die Küche gewirbelt, schließlich wollten die zwei Kilo Zwetschgen zu sehr schmackhaften Dingen verarbeitet werden.
Wenn ich daran denke, dass ich bis vor einigen Jahren nicht wirklich kochen konnte – da konnte ich höchstens Miracoli ‚kochen‘ oder Kartoffelpüreepulver zurechtrühren, weil mich meine Mutter früher nicht in der Küche haben wollte und ich so nix lernen konnte. Naja, außerdem hat es mich damals auch gar nicht wirklich interessiert…
Aber seitdem ich den Jo kenne, wird fast alles selbst gekocht – Tütenessen wird bei uns nicht gekocht, denn erstens dauert ‚richtig gekochtes‘ auch nicht viel länger und zweitens schmeckt es einfach viel besser. Zwischenzeitlich haben wir eine Vielzahl von Gerichten angesammelt, die wir immer wieder kochen können/müssen/sollen, weil ich mich dann wieder richtig vollfresse (was man mir aber nicht ansieht – mein BMI liegt trotz meiner Fresserei immer noch im untergewichtigen Bereich)  Essenstechnisch bin ich ein Genussmensch, mir ist wichtig, was auf dem Teller ist – und nicht, ob auf dem Tisch Kerzen und sonstiger Kram stehen.
Das ist zum Beispiel bei meiner Mutter so, immer, wenn wir dort zum Essen eingeladen sind, fühle ich mich unwohl. Der Tisch ist herausgeputzt wie in einem Nobelrestaurant, aber wenn es dann bloß Semmelknödel aus dem Kochbeutel (denen man die Fabrikherkunft schon richtig ansieht) und keine selbstgemachten – was kein großer Aufwand ist – dann bin ich schon etwas enttäuscht. Außerdem werde ich immer unruhig, wenn ich mir stundenlang irgendwelche Streichquartette von Haydn anhören muss. Zwar mag ich klassische Musik prinzipiell, aber nicht so überdosiert.
Okay, dass ich mich unwohl fühle, wenn ich bei meiner Mutter bin, mag vielleicht auch daran liegen, dass wir einfach zu verschieden sind (und dass wir nie ein wahnsinnig gutes Verhältnis zueinander hatten) – irgendwie haben wir uns meistens innerhalb kürzester Zeit wegen irgendwelcher Nichtigkeiten in den Haaren. Deshalb muß ich mich halt immer beherrschen, wenn wir bei ihr zu Besuch sind – und so wird’s dann ziemlich krampfig. Ergo gehe ich dann lieber zu Oma und Opa – die fühlen sich im Übrigen bei meiner Mum genauso unwohl und essen lieber bei uns 😉
Aber ich glaube ja, daß es sowas in jeder Familie gibt – schließlich kann man sich die Verwandtschaft in den wenigsten Fällen aussuchen.

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